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Die Wälder um Colditz

Der Colditz – Glastener Forst

 

Der Colditzer Wald ist ein etwa 3000 ha großes Waldgebiet in Westsachsen. Im Osten reicht der Wald bis an die Ortsgrenze der Stadt Colditz und im Westen wird er vom Kurort Bad Lausick umrahmt. Die geologische Einordnung der Region erfolgt im Wuchsgebiet Sächsisch-Thüringisches Löß-Hügelland und wird innerhalb dessen mit dem Wuchsbezirk Bad Lausicker Löß-Hügelland konkretisiert. Vom Flusstal der Zwickauer Mulde im Osten (140m ü.NN) steigt nach Westen hin ein Plateau an. Die höchste Erhebung des Colditzer Waldes befindet sich westlich des Kohlwegflügels auf 235 m über NN. Die Böden des Waldgebietes werden vor allem aus Decklöß- Staugleyen und Decklöß- Braunstaugleyen gebildet. Hinzu kommen ärmere Braunerden unterschiedlicher Substrate (Sand, Löß, Porphyr), welche sich nicht für Landwirtschaft eigneten und so für den Erhalt des großen Waldgebietes verantwortlich waren. Zahlreiche Gräben und Bäche, Niedermoore und Kleinteiche wie der „Altteich“ oder der „Neuteich“ zeugen vom hohen Wasserüberschuss des Colditzer Forstes. Die natürliche Waldgesellschaft beschreibt den Waldzustand ohne menschlichen Einfluss. Im Colditzer Wald wäre natürlicherweise auf vernässten Standorten ein Hainbuchen-Eichenwald typisch. Wird es trockener im Untergrund dominieren Eichen-Buchenwälder. Die Linde ist als Mischbaumart Teil der natürlichen Waldgesellschaft. Bewirtschaftung Der Colditzer Wald ist im 19. Jh. vom berühmten Forstmann Heinrich Cotta vermessen und in Abteilungen mit senkrecht zueinander verlaufenden Schneisen und Flügeln aufgeteilt worden – der Ursprung der oftmals kilometerlangen, schnurgeraden Waldwege.

Heute dient der Wald neben der Erholung der Bevölkerung vorrangig der Bewirtschaftung zur Holzgewinnung und dem Schutz von Landschaft und Natur. Das heutige Waldbild wird geprägt durch die Baumart Kiefer. Sie wächst auf etwa einem Drittel der gesamten Fläche des Colditzer Waldes, eine Folge der Nachkriegszeit und der oftmals ungenügenden Pflanzenversorgung danach. Jeweils etwa 15% Fichte und Stieleiche sind ebenfalls vertreten. Auffallend sind große Verjüngungsflächen mit Buche im Unterstand, ein Ziel der naturnahen Waldbewirtschaftung! Die Birkenbestände des Colditzer Forstes nehmen immerhin noch rund 350 ha oder umgerechnet etwa 13% der Fläche ein. Eine besondere Form der Waldnutzung war von 1956 bis 1999 die Gewinnung von Birkensaft für die Kosmetikindustrie. Durch Anbohren der Birken im Stammfußbereich kurz vor Laubaustrieb konnten täglich 5 – 15 l pro Baum geerntet werden. In Rekordjahren wurden in Colditzer Wäldern bis zu 120.00 l Birkensaft gewonnen.

 

Naturschutz

 

Der Schutz dieses Landschaftsteils wurde durch die Ernennung als Landschaftsschutzgebiet gewährleistet. Innerhalb dessen findet der Wanderer weitere zahlreiche geschützte Naturobjekte wie z. B. Höhlenbäume, naturnahe Erlen-Eschen-Bachwälder, Feuchtwiesen und Quellmoore. Naturschutzfachlich besonders hervorzuheben ist das Naturschutzgebiet „Kohlbachtal“ im Osten des Waldgebietes. Nasswiesen und extensiv genutztes Grünland bilden hier einen wertvollen Biotopkomplex. Im Süden bildet der „Hexentanzplatz“, eine Altholzinsel aus zerfallenden Rotbuchen, ein Flächennaturdenkmal. Die Baumhöhlen in diesen lebenden Zeitzeugen dienen Schwarzspecht und Fledermäusen, Hohltauben und Habichten als Brutraum. Im späten Licht der Nachmittagssonne erhält dieser Ort eine besondere Faszination. Kulturhistorische Ziele Das wohl älteste Steindenkmal befindet sich in der Forstabteilung 503 nördlich der B 176, es soll über 400 Jahre alt sein und zeigt deutlich eine Schere und eine Elle, daher sein Name „ Schneiderstein“ oder bdquo; Bettelfrau“. Ein ähnliches Alter weist auch der Gedenkstein „ Schwarzes Kreuz“ in der Forstabteilung 514 westlich des Altteiches auf. Die Inschrift besagt, dass im Jahre 1652 hier ein Mensch „ von einer Sau zu Tode geschlagen“ sei. Der Alte und der Neue Jägerstein befinden sich ausgehend vom Pappelparkplatz an der B 176, südlich der Schneise 5 folgend, an der Kreuzung zum B-Flügel. Hier stehen sich über Eck zwei Gedenksteine aus Porphyrtuff gegenüber. Auf ihnen sind die Namen berühmter Colditzer Forstmeister und Oberförster, die sich um Waldumwandlung und Waldbewirtschaftung verdient gemacht haben, verzeichnet. Der 1864 errichtete „Alte Jägerstein“ weist auf die beginnende Umwandlung der Laub- in Nadelholzforsten seit 1822 hin. Im Jahre 2004 wurden mit der Einweihung des „Neuen Jägersteins“ wiederum verdiente Forstleute aus Colditz der vergangenen 140 Jahre gewürdigt, sie führten die Rückumwandlung in standortsgerechte Laub- Nadel- Mischwälder bis heute aus und bewahrten unseren Wald vor Zerstörung durch alle politischen Systeme. Der „Weiße Stein“ an der Wegekreuzung Hirschallee, Stellweg und Kohlwegflügel im Süden des Colditzer Forstes weist die Inschrift „Schmöllers Ruh 1825“ und gekreuzte Schwerter, das Symbol für den Landerbesitz des Freistaates Sachsen, auf. Hier wird auf den damaligen Förster des Reviers Ebersbach, Karl August Schmöller ( bis 1845 Revierverwalter) verwiesen. In Richtung Waldmühle findet sich in der Abteilung 51 der Forstort „ Königsbuche“, hier wird auf einen Besuch der Königs Johann von Sachsen 1861 hingewiesen.

 

Die Parthequelle

 

Die Quelle des Flüsschens „Parthe“ entspringt im nördlicheren Teil des Colditz- Glastener Forstes. Von da aus fließt sie in nördlicher Richtung durch Glasten, Kleinbardau, Parthenstein, Taucha und viele andere Orte der Region, quert den Leipziger Zoo und mündet nach 57 km im Leipziger Rosenthal in die „Weiße Elster“. Die Quelle ist ein beliebter Ausflugsort für Wanderer und Radfahrer und bietet durch die Waldlandschaft wunderbar Erholung. Sie ist über den Parthe- Parkplatz 3,8 km westlich von Colditz bequem zu Fuß erreichbar. Entlang des Weges informieren Schautafeln über die Lebensgemeinschaft Wald und hier heimisches Wild.

Veranstaltungen
Kontakt
 

Tourismusverein "Colditzer Muldenland" e.V.
Markt 11
04680 Colditz

 

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